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Politik16. Juli 2026

Das militärische Spannungsfeld zwischen Artesh und Sepah

Der Konflikt zwischen Irans regulären Streitkräften und der Revolutionsgarde zeigt die Komplexität der iranischen Militärstrategie. Während Artesh traditionelle Kriegsführung praktiziert, setzt Sepah auf asymmetrische Taktiken.

Von Clara Schneider16. Juli 2026, 08:292 Min Lesezeit

MÜNCHEN, 16. Juli 2026Eigener Bericht

Die militärischen Strukturen im Iran sind komplex und vielschichtig. Eine klare Unterscheidung zwischen der regulären Armee, den Artesh, und der Islamischen Revolutionsgarde, Sepah, ist entscheidend, um zu verstehen, wie der Iran seine militärischen Ressourcen einsetzt. Ich vertrete die Auffassung, dass diese Unterschiede nicht nur die militärische Taktik, sondern auch die geopolitischen Strategien des Landes entscheidend beeinflussen.

Zunächst einmal verfolgt die Artesh eine traditionelle Form der Kriegsführung. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die territorialen Grenzen des Iran zu schützen. Dies geschieht durch konventionelle Streitkräfte, die auf Boden-, Luft- und Marineoperationen spezialisiert sind. Diese Struktur ermöglicht es der Artesh, an militärischen Übungen und internationalen Kooperationen teilzunehmen, was das Augenmerk auf ein respektables Image in der globalen Gemeinschaft lenkt. So wird die Artesh häufig als Rückhalt der nationalen Souveränität dargestellt, während sie gleichzeitig dazu beiträgt, das Vertrauen von Partnern zu gewinnen.

Im Gegensatz dazu operiert die Sepah vornehmlich mit asymmetrischen und irregulären Taktiken. Die Revolutionsgarde hat sich auf Guerillakrieg und unkonventionelle Strategien spezialisiert, die es ihr ermöglichen, schnell auf Bedrohungen zu reagieren. Ihre Einflussnahme reicht über die Grenzen des Iran hinaus, insbesondere im Irak, Syrien und im Libanon, wo sie militärische und strategische Alliierte unterstützt. Diese Vorgehensweise ist nicht nur auf militärische Effizienz ausgelegt, sondern auch darauf, ideologische Einflüsse auszuüben und die iranische Präsenz in der Region zu stärken.

Ein häufig vorgebrachter Einwand ist, dass die Konkurrenz zwischen Artesh und Sepah die militärische Effizienz des Iran gefährden könnte. Kritiker argumentieren, dass interne Rivalitäten Ressourcen binden und die strategische Kohärenz untergraben. Dennoch zeigt sich, dass diese Rivalität auch positive Effekte hat: Sie führt zu einer Diversifizierung der militärischen Taktiken und Strategien, was den Iran flexibler macht. Die Schaffung unterschiedlicher militärischer Strukturen ermöglicht es dem Land, auf verschiedene Bedrohungen angemessen zu reagieren und sich an wechselnde geopolitische Gegebenheiten anzupassen.

Insgesamt spielt der Wettstreit zwischen Artesh und Sepah eine entscheidende Rolle in der militärischen Ausrichtung Irans. Jeder dieser Akteure hat seine spezifischen Stärken und Schwächen, die sich auf die Art und Weise auswirken, wie der Iran Konflikte angeht und seine Interessen sowohl regional als auch international verteidigt. Es ist entscheidend zu verstehen, dass diese beiden Armeen nicht als isolierte Einheiten betrachtet werden können, sondern als Teile eines größeren, komplexen militärischen Gefüges.

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